Der Ursprung unserer Rennsau ist eine Peugeot Mofa vom Typ: Peugeot 103 SP/ Z2-D, welche im Jahre 1982 von Peugeot mit einem liegenden Sachsmotor 505/2B (zwei Gangschaltung) hergestellt wurde.
PEUGEOT-Mofa 103 SP/ Z2-D
Diese Mofa bekamen wir von einem Freund (der übrigens in einem Konkurrenz-Team fährt, he he he) als verunfallten Schrotthaufen geschenkt. Die Gabel war krumm, das Getriebe war fest und der gesamte Zustand der Mofa war übelst anzusehen. Jedoch war der Rahmen und die Räder in gutem Zustand. Besonders der Rahmen hat unser Interesse geweckt, weil er keine übliche Hinterradschwinge, wie bei anderen Mofas besitzt sondern eine lange Schwinge, die starr mit dem Motor verbunden ist. Den Vorteil sahen wir darin, das die Antriebskette beim Durchfedern keiner weiteren Zugbelastung ausgesetzt ist. Und einen weiteren Vorteil sahen wir darin, das der Rahmen im harten Gelände nicht so eine starke Belastung erfährt, wie bei anderen Mofas, weil das Gewicht des Fahrers fast direkt linear über die hinteren Federbeine auf die Hinterradachse übertragen wird.
Der Umbau zur Rennsau EVO I
Um aus einer schrottigen Peugeot-Mofa eine renntaugliche Version zu machen, müssen erst mal viele Teile der Mofa entsorgt werden. Der Rahmen, der aus zwei Teilen besteht wurde komplett zerlegt und alle überflüssigen Halter und Laschen abgeflext. Hinten im Gepäckträgerbereich haben wir den Rahmen um ca. 25 cm gekürzt. Danach ging es zum Sandstrahlen. Ein Arbeitskollege hat die Mofa für uns in blau lackiert. Das Blau war zwar nicht so toll aber die Farbe war gerade griffbereit und von der Qualität super. Vorne wurde eine Enduro-Gabel mit Vorderrad aus einer Honda MTX eingebaut. Als Lenker haben wir einen einfachen Crosslenker genommen. Die Federbeine hinten haben wir gegen bessere mit längerem Federweg ausgetauscht. Somit war das Fahrwerk fertig und das Tuning am Motor konnte beginnen.
EVO I
Da es sich um einen liegenden Sachs-Motor vom Typ: 505 handelt, war eigentlich klar, dass man diesen nur schlecht frisieren kann (Sackzylinder ohne losen Kopf), ohne einen Zylinder mit mehr Hubraum zu kaufen. Das war aber nicht möglich, da wir uns an die maximalen 50 ccm halten wollten. Also mussten wir uns selbst etwas einfallen lassen. Eine elektronische Zündung haben wir aus einem KTM-Zweitaktmotor genommen und in unsere Peugeot eingebaut. Das übliche, was man an einem Zylinder und Kolben feilen kann haben wir getan (siehe unsere Seite "Tuning"). Außerdem haben wir den Ansaugstutzen gekürzt, und über Kopf einen aufgebohrten Membranvergaser von der Firma Bing aufgesetzt. Einzigstes Tuningteil, was wir gekauft haben war ein Rennauspuff der Firma Gianelli. Das Zweiganggetriebe hatten wir gegen ein Automatikgetriebe ausgetauscht, womit wir total falsch lagen. Ein paar weitere kleine Feinheiten wollen wir hier nicht verraten.
EVO I
Nun kam die Stunde der Wahrheit und wir gingen in unser erstes Rennen. Beim freien Training am Freitag haben wir schon gemerkt, dass unser Automatikgetriebe chancenlos ist und wir haben unter lachenden Blicken unseres Nachbarteams das Getriebe wieder zum Zweiganggetriebe zurückgezaubert. Das Nachbarteam hatten wir danach übrigens verheizt! Der Boden war sehr schwer, so dass wir uns eine kleinere Übersetzung gewünscht hätten. Kurz vor Schluss des Rennens (drei Runden vorm Zieleinlauf) hatten wir einen Glühfaden an unserer Zündkerze bekommen und mussten diese schnellstens auswechseln. Letztlich hat es bis zum 12. Platz gelangt und damit waren wir wirklich zufrieden.
Der Umbau zur Rennsau EVO II
Nachdem wir vom Vorjahr einige Erkenntnisse gewonnen haben konnten wir gezielter unser Tuning verfeinern. Der Winkel vom Lenkkopf wurde größer, indem wir den Rahmen oberhalb des Tanks aufsägten, herausbogen und neu verschweißten. Das Aussehen der Rennmofa wurde noch mal von einem Arbeitskollegen in wesentlich hübscheren Farben lackiert. Dann wurde der Sattel gegen eine Sitzbank von einer Honda MTX ausgetauscht (mit einem Sattel zu fahren war eine absolute Schnapsidee) und der Motor hat eine Komplettrevision erhalten.
EVO II
EVO II
Der Motor ist nicht mehr wiederzuerkennen, da er einen Zylinder von einem 50 ccm Sachs Stationärmotor (Stamo 50) bekommen hat. Zusätzlich haben wir die Gebläsekühlung übernommen. Es klingt vielleicht einfach aber dieser Umbau war schon ein recht schwieriges Unterfangen. Um beim kommenden Mofarennen die Übersetzung der Kettenräder anzupassen haben wir verschiedene Ritzel besorgt. Den Rest haben wir beibehalten und waren sehr gespannt auf das Rennen, da unsere Rennsau eine viel bessere Leistung als im Vorjahr brachte. Das Debakel kam allerdings kurz vor dem Rennstart. Wir hatten den Vergaser mit seiner Hauptdüse einwandfrei abgestimmt und wollten uns im Qualifying einen guten Platz sichern. Leider lief unsere Mofa nur noch im Standgas und konnten bloß im Schneckentempo eine Qualifikationsrunde absolvieren, welche uns den vorletzten Startplatz bescherte (sooon Schiet!). Woran liegt es? Hecktisch haben wir nach dem Fehler gesucht, weil es keine Stunde mehr bis zum Start andauern sollte. Den Fehler haben wir nicht sofort lokalisieren können aber eingrenzen konnten wir ihn schon. Es lag am Vergaser. Die Zeit war so knapp, dass wir den gut abgestimmten Vergaser gegen einen nicht so gut abgestimmten Ersatzvergaser ausgetauscht haben und schnell zum Start gehetzt sind. Der Start war normal und wir haben gleich viele Plätze gut gemacht und unsere Mofa lief fehlerlos bis zum Zieleinlauf, was uns den 13. Platz einbrachte. Mit dem 13. Platz waren wir auch so weit zufrieden, weil es für uns eine Verbesserung war, da die Gesamtteilnehmerzahl am Start fast doppelt so hoch war. Inzwischen haben wir herausgefunden, was mit dem defekten Vergaser los war. An der Hauptdüse hat sich ein Stückchen vom Gewinde gelöst und sich in die Düse geklemmt. Das Teil, war so klein, dass wir es mit dem bloßen Auge kaum sehen konnten. Leider fehlten uns auf der langen Gerade der Rennstrecke 5 km/h. D. h. unsere Mofa lief auf dem Stoppelacker max. 43 km/h obwohl sie mal mit dem guten Vergaser 48 km/h auf dieser Strecke geschafft hat. Wer weiß, was dann für eine Platzierung für uns herausgesprungen währe. Hätte, währe, wenn! So ist das im Leben.
Also, locker bleiben und auf ein neues!
Der Umbau zur Rennsau EVO III
Unsere Rennsau ist fertig. Damit werden wir wieder an den Start gehen. Äußerlich hat sich nicht viel getan, außer das neue Hinterrad mit einer neuen Bremsanlage. Die Vergasertechnik wurde komplett umgebaut. Und natürlich noch ein paar kleine leistungssteigernde Tricks, die wir erst hinterher verraten.
EVO III